Rückblick · bpa Rheinland-Pfalz · 27.10.2026

Rückblick: PeBeM-Workshop beim bpa in Mainz – vier Erkenntnisse aus der Praxis

Rückblick auf den bpa-Praxisworkshop zu PeBeM nach § 113c SGB XI in Mainz: was Einrichtungsleitungen bei der Umsetzung im eigenen Haus wirklich bewegt.

Kurz beantwortet

Beim bpa-Praxisworkshop am 27.10.2026 in Mainz ging es um die Umsetzung der Personalanhaltswerte nach § 113c SGB XI. Die wichtigste Erkenntnis: Die Zahlen sind schnell gerechnet. Schwierig ist die Frage, wer im Team künftig welche Aufgaben übernimmt, und wie man das im eigenen Haus Schritt für Schritt umsetzt. Personalbemessung ist deshalb vor allem eine Führungsaufgabe.

Worum es ging

Am 27. Oktober 2026 habe ich in der Landesgeschäftsstelle Rheinland-Pfalz des bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V.) in Mainz einen sechsstündigen Praxisworkshop gehalten: „PeBeM – Anwendung der neuen Personalanhaltszahlen gem. § 113c Abs. 1 Ziffer 1–3 SGB XI“. Teilgenommen haben Einrichtungsleitungen, Pflegedienstleitungen, Wohnbereichsleitungen und Dienstplanverantwortliche.

Inhaltlich ging es darum, wie die neuen Personalrelationen in Regelbesetzung, Schichtlogik, Netto-Dienstplanung, Rollen und Delegation übersetzt werden: mit dem bpa-Personalrechner, mit Fachkraftquote und Fachkraftverantwortung, mit dem Einsatz von Pflegepersonen auf Qualifikationsniveau 3 und mit Kennzahlen wie Mehrarbeit, Leasing, Resturlaub, Ausfallquote und PeBeM-Erfüllungsgrad. Den Rahmen bildete ein Managementkreislauf in sieben Stationen.

Die besten Momente standen auf keiner Folie

Ich hatte ein Konzept mit Folien, Paragrafen und einem sauberen Ablauf. Die wertvollsten Momente kamen aber, als wir davon abgewichen sind. Zum Beispiel, als eine Einrichtungsleitung erzählt hat, wie es sich anfühlt, wenn sie ihre Aufgaben nicht so umsetzen darf und kann, wie sie es mit den Erkenntnissen aus dem Workshop gerne würde.

Daran hängt unheimlich viel:

  • die Zufriedenheit der Mitarbeitenden,
  • die Pflegeprozesse und die Pflegequalität,
  • die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung,
  • eine bedarfsgerechte und kompetenzbasierte Dienstplanung,
  • die Entlastung der Leitung selbst.

Vier Erkenntnisse aus dem Workshop

1. Personalbemessung ist kein Rechenproblem, sondern eine Führungsaufgabe

Die Zahlen sind schnell ausgerechnet, etwa mit dem bpa-Personalrechner oder nach dem Schema unter PeBeM-Berechnung. Schwierig wird es bei der Frage, wer im Team künftig was macht und wie man diesen Wandel gut begleitet. Eine Rollenmatrix schafft hier Klarheit: Sie legt fest, welche Aufgaben welchem Qualifikationsniveau zugeordnet sind, und macht damit den neuen Qualifikationsmix im Alltag planbar.

2. Was im Gesetz steht, weiß fast jeder – wie man es umsetzt, steht dort nicht

Die Personalanhaltswerte nach § 113c SGB XI sind bekannt. Wie man sie im eigenen Haus Schritt für Schritt in Abläufe, Dienstzeiten und Regelbesetzung übersetzt, regelt das Gesetz nicht. Genau darüber wollten alle sprechen. Einen Fahrplan dafür beschreibt der Leitfaden PeBeM umsetzen in 7 Schritten.

3. Es gibt keine dummen Fragen

Ein paar der einfachsten Fragen des Tages haben gezeigt, dass an manchen Stellen alle unsicher sind. Das offen auszusprechen hat dem Raum gutgetan und den Austausch zwischen den Häusern erst möglich gemacht.

4. Die Begeisterung für das PNOG hält sich in Grenzen

Auch das gehörte zur ehrlichen Bestandsaufnahme: Momentan ist niemand so richtig begeistert vom PNOG. Umso wichtiger ist es, im eigenen Haus selbst Klarheit über Rollen, Abläufe und Besetzung zu schaffen.

Gemeinsam rechnen, voneinander lernen

Danke an das Team des bpa Rheinland-Pfalz für die Organisation und an alle Teilnehmenden, die so offen aus ihren Häusern erzählt, sich ausgetauscht, gemeinsam gerechnet und Erkenntnisse aus den Zahlen gezogen haben. Auch bei unterschiedlichen Meinungen profitieren wir im direkten Gespräch voneinander. Denn alle, die sich für so eine Veranstaltung anmelden, haben dasselbe Ziel: Pflege besser machen – mit den Mitteln, die sie zur Verfügung haben.

Den Beitrag zum Workshop gibt es auch auf LinkedIn und Facebook.

Den Workshop als Inhouse-Schulung buchen

Den Praxisworkshop gibt es auch als Inhouse-Schulung für Träger und Einrichtungen, angepasst an die eigenen Zahlen und Wohnbereiche. Schulungen zur Personalbemessung können nach § 8 Abs. 7 SGB XI förderfähig sein, Details unter Förderung für Beratung. Weitere Termine stehen unter Veranstaltungen.

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Häufige Fragen

Worum ging es beim bpa-Workshop zu PeBeM in Mainz?

Um die praktische Anwendung der Personalanhaltswerte nach § 113c Abs. 1 Ziffer 1–3 SGB XI: wie die neuen Personalrelationen in Regelbesetzung, Schichtlogik, Netto-Dienstplanung, Rollen und Delegation übersetzt werden. Der sechsstündige Workshop fand am 27.10.2026 in der bpa-Landesgeschäftsstelle Rheinland-Pfalz in Mainz statt, Dozent war Xaver Bauer.

Warum ist Personalbemessung eine Führungsaufgabe?

Weil die Berechnung des Personalbedarfs schnell erledigt ist, die eigentliche Arbeit aber in der Neuverteilung der Aufgaben liegt: Wer übernimmt mit welchem Qualifikationsniveau welche Tätigkeiten, und wie wird das Team durch diesen Wandel begleitet? Eine Rollenmatrix hilft, diese Zuordnung verbindlich festzulegen.

Kann man den Workshop als Inhouse-Schulung buchen?

Ja. Den Praxisworkshop gibt es auch als Inhouse-Schulung für Träger und Einrichtungen, angepasst an die eigenen Zahlen. Schulungen zur Personalbemessung können nach § 8 Abs. 7 SGB XI förderfähig sein. Anfragen über das Kontaktformular auf dienstplanbauer.de.

Xaver Bauer

Xaver Bauer – Dienstplanbauer. Gesundheits- und Krankenpfleger, verantwortliche Pflegefachkraft, Experte außerklinische Intensivpflege, B.A. Gesundheits- und Sozialmanagement, ehemaliger Pflegedienstleiter und Einrichtungsleiter. Begleitet stationäre Pflegeeinrichtungen bei PeBeM, Dienstplanung und Ablauforganisation – bisher 35 Einrichtungen bei 9 Trägern. Profil auf LinkedIn →

Stand: Oktober 2026. Rechtliche Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Gesetze und Richtlinien.

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